Der nächste Preisschub kommt – Wie der Einkauf im Krankenhaus jetzt reagieren muss
Der nächste Preisschub kommt. Die Begründung ist schon geliefert.
Iran. Seewege. Energiepreise. Luftfracht.
Die Argumente liegen auf dem Tisch.
Jetzt trennt sich im Einkauf die Spreu vom Weizen.
Klar gibt es aktuell viele geopolitische Risiken und Probleme in den Lieferketten.
Richtig ist:
Ja, Energiepreise steigen.
Ja, Transport wird teurer.
Ja, Unsicherheit ist das neue Normal.
Aber daraus automatisch jede Preiserhöhung zu akzeptieren? Nein.
💫 Wir können die Preise nicht einfach an die Patienten oder Kostenträger weitergeben.
👉 Und die Industrie arbeitet immer noch mit hohen Margen.
Deshalb liebe Einkäufer und Einkäuferinnen:
1. Harte Kante zeigen.
Lasst euch nicht mit pauschalen „Weltlage“-Argumenten abspeisen. Fragt nach: Was genau ist teurer geworden – und wie viel macht das wirklich aus?
2. Verhandeln ist kein Nice-to-have. Es ist Kernkompetenz.
Und die ist in vielen Organisationen schlicht unterentwickelt.
✍ Schult eure Teams.
✍ Trainiert echte Verhandlungssituationen.
✍ Baut Selbstbewusstsein im Einkauf auf.
3. Wettbewerb schaffen – kompromisslos.
Das ist der größte Hebel. Und der am meisten ignorierte.
Ich sehe immer wieder Häuser, die mit viel zu wenig Wettbewerb arbeiten.
Warum?
„Das haben wir immer so gemacht.“
„Der Lieferant kennt uns gut.“
„Das ist zu aufwendig.“
👉 Das ist Gift für eure Preise.
Wettbewerb ist kein Projekt. Wettbewerb ist ein System.
4. Lieferanten ernst nehmen – aber nicht schonen.
Partnerschaft heißt nicht, alles zu akzeptieren. Sondern gemeinsam sauber auf Fakten zu schauen.
Die Realität ist:
Die nächste Welle an Preiserhöhungen kommt.
Die Frage ist nicht ob.
Sondern wie ihr damit umgeht.
👉 Reaktiv und defensiv?
Oder strategisch, faktenbasiert und selbstbewusst?
Meine klare Haltung:
Der Einkauf muss raus aus der Rechtfertigung.
Und rein in die Steuerung.
Rein in die Gestaltung des Wettbewerbs.
Noch viel mehr zum Thema gibt es im aktuellen HealthCareBrain Podcast mit Lennart Eltzholtz und Hans-Christian Seidel.
