Routine und Menschlichkeit – Was einen guten Arzt wirklich ausmacht
Für den Arzt ist es Routine.
Für den Patienten oft der schlimmste Tag seines Lebens.
Diese Woche sagte mir ein Arzt etwas, das mich sehr beeindruckt hat:
„Es ist ein Unterschied, ob du deinen ersten Herzinfarkt erlebst – oder ob du an diesem Tag schon den fünften behandelst.
Für den Arzt in der Notaufnahme oder im Rettungsdienst ist es Routine.
Für den Patienten und die Angehörigen ist es oft der schlimmste Moment ihres Lebens.“
Und genau darin liegt echte Professionalität.
Nicht nur im Wissen.
Nicht nur in der Erfahrung.
Sondern in der Fähigkeit, beides zusammenzubringen:
Routine und Menschlichkeit.
Die Kunst besteht darin, viele ähnliche Situationen erlebt zu haben –
und trotzdem für den Menschen vor dir so da zu sein, als wäre es das erste Mal.
Nicht abgestumpft zu werden.
Nicht zynisch zu werden.
Nicht in Automatismen zu verfallen.
Sondern präsent zu bleiben.
Im Gesundheitswesen sprechen wir oft über Technik, Prozesse oder Strukturen.
Aber echte Professionalität zeigt sich häufig in einem ganz anderen Moment:
Wenn jemand, der jeden Tag mit Extremsituationen konfrontiert ist,
trotzdem Ruhe, Empathie und Würde bewahrt – für den Menschen, der gerade Hilfe braucht.
„Das macht für mich einen guten Arzt aus“, sagte er.
Und ich dachte: Genau das wünsche ich mir auch, wenn es mir einmal wirklich schlecht geht.
Das hat mich diese Woche sehr beeindruckt.
