Sanierung ist kein Projekt – sondern Führungsarbeit
Ich halte dieses „Wir sind in Transformation“ –
und noch mehr dieses „Wir sanieren gerade“ – kaum noch aus.
Vielleicht auch, weil ich selbst lange geglaubt habe, dass gute Planung reicht.
Saubere Analyse.
Klare Meilensteine.
Ein engagiertes Projektteam.
Und dann läuft es.
Tut es aber nicht.
Was ich immer wieder sehe:
Man startet Initiativen.
Beschließt Programme.
Macht Workshops.
Hat ein Management-Board, das sich regelmäßig berichten lässt.
Und nennt das Sanierung.
Aber echte Sanierung beginnt dort, wo es unbequem wird:
– Wenn gesetzliche Rahmenbedingungen nicht verhandelbar sind.
– Wenn Gremienlogiken Zeit und Geduld fordern.
– Wenn Machtfragen offen zutage treten.
– Wenn Führung unter Druck Verantwortung übernimmt – statt sie weiterzureichen.
– Wenn klar wird: Das hier dauert Jahre. Nicht Quartale.
Sanierung ist kein Motivationsproblem.
Und auch kein Methodenproblem.
Sie ist eine Frage von Reife und Ausdauer.
Von Führungsstärke.
Und davon, ob jemand das System wirklich lesen – und aushalten – kann.
Ich erlebe selten Widerstand gegen Veränderung.
Ich erlebe Überforderung im Umgang mit Komplexität.
Deshalb meine Frage:
Wo stockt es bei euch wirklich?
