Vergaberecht als Instrument der Risikosteuerung
Vergaberecht nervt.
Sagen viele. Vor allem dann, wenn es schnell gehen soll.
Also wird aufgeteilt. Unter der Schwelle vergeben.
Projektpakete und Produkte werden einzeln beauftragt.
Kurzfristig wirkt das pragmatisch.
Aus GF-Sicht ist es jedoch ein Risiko.
Denn was dadurch entsteht:
• Keine konsolidierte Budgetbetrachtung
• Keine belastbare Marktpreis-Referenz
• Kein strukturierter Wettbewerb
• Kein klarer Gesamtkontrakt
• Hohe Wahrscheinlichkeit für Nachträge
Ich habe Projekte gesehen, die so gestartet sind:
20 Einzelaufträge.
Unterschiedliche Zeitpläne.
Mehrere Vertragspartner.
Kein Gesamtcontrolling.
Am Ende lag das Projekt 25–35 % über der ursprünglichen Planung.
Nicht wegen schlechter Absicht. Sondern wegen fehlender Struktur.
Vergaberecht ist kein Selbstzweck.
Es ist ein Instrument zur wirtschaftlichen Steuerung.
Es zwingt zur:
– sauberen Leistungsdefinition
– Markttransparenz
– Vergleichbarkeit
– Dokumentation
– Budgetklarheit
Vergaberecht ist nicht nur Pflicht. Gut umgesetzt, ist es Risikosteuerung.
Wer heute Abkürzungen wählt, verliert morgen Steuerungsfähigkeit.
Governance ist kein Bremsklotz.
Sie ist Kapitaldisziplin.
