|

Krankenhauseinkauf: Zwischen Evidenz und Eindruck

Ich entscheide ausschließlich evidenzbasiert.

Sagte der Chefarzt.

Ein Satz, der gut klingt.
Und ehrlich gemeint ist.

Zwei Wochen später sitzt Linda im Einkauf vor den Verbrauchsdaten der Kardiologie.

Routine-Check:
Top-Artikel, Top-Verbrauch, Top-Kosten.

Und dann sticht ein Produkt heraus.

Nicht, weil es am häufigsten bestellt wird.
Sondern weil es auffällig teuer ist – und trotzdem regelmäßig läuft.

Linda denkt: Warum ausgerechnet der – in dieser Preisklasse?

Also ruft sie Manfred an. Außendienst. 20 Jahre MedTech.

„Sag mal – was übersehe ich? Was macht dieses Teil so besonders?“

Kurze Pause.
Dann lacht er.

„Linda… nichts. Wirklich nichts.“

Sie schweigt.

„Wenn zwei Produkte ähnlich sind, gewinnt nicht die Evidenz.
Dann gewinnt der Eindruck: Name. Look. Haptik.“

Linda klickt auf die Variante.

**Blaumetallic. Modell *GT3Fast*.**
Teurer als vergleichbare Varianten.
Kein erkennbarer Zusatznutzen in den Outcomes.

Und plötzlich ist klar:

Das ist kein „Versagen“ der Medizin.
Und auch kein „Trick“ des Herstellers.

Das ist gutes Marketing.
Und gutes Marketing ist exakt die Aufgabe jedes Herstellers.

Die andere Seite der Medaille?

Die Aufgabe des Einkaufs ist Entscheidungsqualität.
Den Fokus zurückzuholen auf:
Patientennutzen, Daten, Standards, Transparenz.

Nicht Einkauf gegen Kardiologie.
Sondern Zusammenarbeit, die bessere Entscheidungen wahrscheinlicher macht.

✅ Kriterien festlegen (klinisch + Handling + Sicherheit)
✅ neutral vergleichen
✅ Standard definieren
✅ Entscheidung transparent machen


Wo steht euer Einkauf heute: Bestellen & Abwickeln – oder aktiv mit Medizin/OP Standards und Entscheidungsqualität gestalten?

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert